Mafia 2 Mafia 2 kommt bereits nächsten Monat in den Handel. In dieser Preview erfährst du mehr über Story, Steuerung, Grafik, Autos und Gewalt des potentiellen Action-Adventurehits.  Verbrechen lohnt sich nicht! Diesen Grundsatz kennt jeder, schließlich wird er Kindern von klein auf eingetrichtert, in der Hoffnung, dass die Kurzen nicht auf die oft zitierte schiefe Bahn geraten. Doch schaut man sich all die Filme und Computerspiele über Gangster an, könnte man genau den gegenteiligen Eindruck bekommen. Da haben die meist sympathisch wirkenden Anti-Helden dicke Autos, noch beeindruckendere Häuser, mehr Frauen als Finger an der Hand und auch sonst Schotter ohne Ende. Und obwohl die Storys der genannten Räuberpistolen oftmals schlecht für die Protagonisten ausgehen (sicher als Ausgleich für den ansonsten unmoralischen Tenor der Geschichten), gilt ab Ende August: Verbrechen lohnt sich tatsächlich - aber nur virtuell. Und vor allem dann, wenn es im kommenden Action-Adventure Mafia 2 geschieht. Mafia 2 startet im Jahr 1945, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Held Vito Scaletta kehrt verletzt von der Front in seine Heimatstadt Empire Bay zurück. Doch dort warten schlechte Nachrichten: Sein Vater – ein sizilianischer Einwanderer – ist kürzlich verstorben und hat der Familie Schulden bei einem Geldhai hinterlassen. Außerdem droht Vito jederzeit wieder eingezogen zu werden, sobald er sich von seiner Verwundung erholt hat. Als verurteilter Kleinkrimineller hatte er sich nämlich entschieden, lieber für sein Land in die Schlacht zu ziehen als hinter schwedischen Gardinen zu versauern. Um beidem nun zu entkommen und das benötigte Geld aufzutreiben, sieht Vito nur einen Ausweg. Er hält sich an seinen alten Kumpel Joe, der sich einen guten Ruf bei einer der Mafia-Familien der Stadt erarbeitet hat und ihn so in die ehrenwerten Kreise der Cosa Nostra einführen kann. Ab diesem Zeitpunkt verfolgst du den Aufstieg Vitos vom kleinen Ganoven zu einer der Mafiagrößen Empire Bays, jedoch nicht wie im Vorgänger als Rückblick, sondern chronologisch. Insgesamt beschäftigt dich die Geschichte laut den Entwicklern etwa 15 Stunden, führt dich aber linear auf ein Ende hin. Denby Grace, der leitende Produzent von Mafia 2, verrät: „Wir hatten anfangs mehrere Enden geplant, je nach Spielweise, doch irgendwann saß das gesamte Team zusammen und hat sich die Schlusssequenzen angesehen. Dabei kristallisierte sich eine einzige Auflösung heraus, die alle genial fanden und die wir alle Spieler erleben lassen wollten." Die Entwickler vergleichen ihr Spiel deshalb gerne mit Filmen, wenn sie ihre Erzählweise beschreiben. Hollywood wird auch unverhohlen als wichtigste Inspiration genannt. Die Linearität führt allerdings auch dazu, dass du trotz des Open- World-Ansatzes einem strikten roten Faden folgst, sodass du in der Fülle der Möglichkeiten nicht verloren gehst. Zwischen den Story-Missionen darfst du in Empire Bay tun und lassen, was du möchtest – und das ist vieles: Um etwas Geld zu verdienen, überfallst du zum Beispiel Geschäfte. Oder du kleidest dich in Letzteren neu ein. Es gibt aber auch Bars und Restaurants, in denen du dir die Zeit vertreiben kannst. Dazu kommen natürlich kleinere Jobs und die Verbrechen, die du für die Mafia-Familie verüben kannst. Empire Bay fällt mit einer Fläche von zehn bis zwölf Quadratmeilen etwa doppelt so groß aus wie Lost Heaven aus dem Vorgänger. Die angesprochenen Gaunereien setzt 2K Czech übrigens realistisch in Szene. Wenn du irgendwo einbrichst, kann es durchaus sein, dass sich keiner daran stört, weil es den Passanten egal ist oder sie keinen Ärger haben wollen. Überfallst du dagegen einen Laden mit gezückter Knarre, dann bricht Panik aus, die Kunden rennen schreiend davon und der Trubel ruft die Polizei auf den Plan. Die Gesetzeshüter reagieren nämlich ebenfalls unterschiedlich, abhängig von der Schwere deines Verbrechens. Wer zu schnell fährt oder eine rote Ampel übersieht, hat logischerweise schnell eine Polizeistreife an den Hacken. Jedoch ziehen die dann nicht direkt ihre Revolver und zerballern dir die Reifen oder ähnlich Rabiates, sondern versuchen dich einfach nur zu stoppen, um dir einen Strafzettel zu geben. Als gesuchter Mörder hingegen bauen die Jungs mit den Handschellen Straßensperren auf oder eröffnen das Feuer. Eben ähnlich wie im großen Sandbox-Konkurrenten GTA 4. Irgendwann gerätst du auf jeden Fall mit den Gesetzeshütern aneinander, denn wie schon im Vorgänger ist der Spielverlauf actionreich, sprich: Schießereien gehören zum Alltagsgeschäft. Die Schusswechsel sehen die Entwickler als größte Verbesserung im Vergleich zu Teil 1. Vito kann maximal vier Knarren mit sich herumschleppen, somit musst du schon einmal eine kleine Vorauswahl treffen, bevor du losziehst. Während der Schusswechsel hält dein Schützling dann relativ wenige Treffer aus, sodass die gute, alte „Ein-Mann-Armee“-Taktik, bei der du einfach auf deine Gegner losstürmst, ohne dir Gedanken zu machen, nicht funktioniert. Stattdessen musst du Objekte in der Spielwelt als Deckung nutzen, was wie in vielen anderen 3rd-Person-Shootern komfortabel und einfach ausfällt. Wenn du einige Treffer einsteckst, heißt das nicht automatisch, dass du direkt am letzten Checkpunkt von vorne beginnen musst (eine freie Speicherfunktion gibt es nicht). Je nach Schwierigkeitsgrad regeneriert Vito nämlich seine Lebensenergie automatisch wieder. Wer es leicht haben möchte, bekommt Vito nach kurzer Verschnaufpause wieder völlig aufgepäppelt. Wer die Herausforderung mag (also auf Mittel oder Schwer), dem stellt Mafia 2 nur einen bestimmten Prozentsatz seiner Gesundheit wieder her. Beispiel: Du bekommst einige Treffer ab und verlierst 80 Prozent deiner Lebensenergie. In Deckung lädt sich diese wieder auf, allerdings nur um 70 Prozent. So verlierst du im Verlauf einer Schießerei langsam, aber sicher Vitos Leben. Vollständige Heilung bringt dann nur Schlafen (nach einer Mission) oder wenn du Nahrung zu dir nimmst. Auf Medipacks verzichten die Entwickler bewusst, da sie es unglaubwürdig finden, wenn sich der Held ständig verbindet. Ob es allerdings nachvollziehbarer ist, dass sich Vito während einer Schießerei kurz einen leckeren Burger schmecken lässt, das sei mal dahingestellt … Davon abgesehen legt 2K Czech aber tatsächlich großen Wert auf Authentizität. Das fängt bei der Gestaltung der Spielwelt an: Auf den Straßen tummeln sich Passanten. Hotdog-Verkäufer versuchen lauthals ihre Waren an den Mann zu bringen. Im Winter stapfen die Leute mit schweren Stiefeln durch den grandios aussehenden Schnee, haben dicke Jacken an und Schirme dabei, ziehen die Schultern hoch, husten oder reiben sich die Hände, um sich zu wärmen. Empire Bay wirkt in jedem Winkel glaubwürdig. Auch die 50 verschiedenen Wagen, welche die Entwickler Autos aus den 1940/1950er-Jahren originalgetreu nachempfinden, sehen spitze aus und verhalten sich realitätsnah, zumindest im Simulationsmodus. Wer bei den Ausfahrten eher auf Spaß aus ist, wechselt in den „Arcade“- Modus – die Entwickler scheuen sich davor, diesen so zu nennen –, bei dem die Fahrphysik gerne mal den einen oder anderen Fehler verzeiht und du auch locker mit gezogener Handbremse um die Kurven schleudern kannst. Ein ausgefeiltes Schadenssystem sorgt bei groben Fehlern dafür, dass deine Boliden nachvollziehbar verbeulen. Mit fortschreitender Spieldauer verändert sich allmählich die Spielwelt. Zu Beginn von Mafia 2, also Mitte der 1940er-Jahre, befindet sich die USA noch im Krieg. Bomber rauschen über die Stadt hinweg, die Farbgebung wirkt gedämpft, die Musik, die im Radio läuft, ist eher langsamer und ruhig. Die 1950er-Jahre dagegen wirken ausgelassener. Rock ‘n’ Roll kommt in Mode, die Frauen tragen plötzlich aufreizendere Kleidung, zum Beispiel kurze Röcke. Die Grafik wechselt auf sattere, knalligere Farben und im Radio läuft schnellere Musik. 2K Czech möchte die Athmosphäre der neuen Unbeschwertheit so gut wie möglich einfangen. Apropos Radio-Stationen: Sobald du dich hinter das Steuer einer deiner Karren schwingst (maximal zehn Autos können in deinem Besitz sein), dröhnt lizenzierte Mucke der jeweiligen Zeit aus den Boxen. Der Clou an den drei Radio-Stationen, die es pro Epoche geben soll: Die Stücke, die dort gespielt werden, hält 2K Czech in Playlists fest, die sich der jeweiligen Spielsituation anpassen. Während einer Verfolgungsjagd spielt dein Autoradio also schnellere und treibendere Musik, als wenn du einfach nur so durch Empire Bay kurvst. Es gibt verschiedene Wettereffekte (vermutlich aber geskriptet), von Schnee bis Sonnenschein. Die Areale sind vollgepackt mit Details, zum Beispiel kannst du sogar die Maserung des Holzes eines Treppengeländers erkennen oder Putz bröckelt glaubwürdig von der Wand. Als kleiner Bonus kommt die PC-Fassung von Mafia 2 dank höherer Texturauflösung grafisch deutlich hübscher daher als die Konsolen-Versionen. Die Charaktere sehen allesamt sehr gut aus und brauchen sich in Sachen Verhalten und Mimik nicht vor den Genre-Konkurrenten zu verstecken – ganz im Gegenteil. Denn obwohl GTA 4 die Messlatte bezüglich Inszenierung, Charakterzeichnung und Humor sehr hoch gelegt hat, scheuen sich die Jungs von 2K Czech nicht vor dem hausinternen Duell. Die Filmschnipsel, welche die Geschichte vorantreiben, überzeugen mit exzellenter Sprachausgabe, herrlichen Scherzen und tollen Protagonisten. Somit knüpft Mafia 2 allem Anschein nach an das Erfolgsrezept an, das schon seinen hochgelobten Vorgänger erfolgreich machte: eine mitreißende Geschichte, gespickt mit toller Grafik und abwechslungsreichem Gameplay.
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